Garmin Fenix 8 im Test

Garmin Fenix 8 im Test: Die Premium-Sportuhr mit AMOLED im Fokus

Garmin hat mit der Fenix 8 die neueste Generation seiner beliebten Multisport-Reihe auf den Markt gebracht. Der größte Paukenschlag: Neben der klassischen MIP-Solar-Variante setzt Garmin nun voll auf brillante AMOLED-Displays. In diesem Testbericht stelle ich dir das 43mm-Modell mit AMOLED-Display vor und zeige dir, wie sich die Uhr im sportlichen Alltag schlägt. Und das insbesondere beim Laufen, Krafttraining, Radfahren und dem Trendsport Hyrox.

Zudem kläre ich eine der spannendsten Fragen für Apple- und Whoop-Nutzer: Wie gut gliedert sich die Garmin Fenix 8 in das Apple-Health-Ökosystem ein, und macht eine Koexistenz mit dem Whoop-Band Sinn?

Garmin Fenix 8 im Test

Der erste Eindruck: Edles Gehäuse, aber viel zu kleines Armband

Die Garmin Fenix 8 in der 43mm-Variante ist die kompakteste Version der Reihe und eignet sich hervorragend für schmalere bis normale Handgelenke. Ich habe die Variante gewählt, da sie recht leicht ist und beim Badminton nicht stört. Zudem ist mein Modell aus Titan und kratzfestem Saphir-Glas. Da muss ich beim Kettlebell-Training nicht ganz so viel Angst haben. Das Gehäuse wirkt extrem hochwertig, die Verarbeitung ist auf absolutem Premium-Niveau und die Tasten bieten einen hervorragenden Druckpunkt. Doch beim Auspacken gab es direkt eine Enttäuschung: das Silikon-Sportarmband.


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Obwohl ich einen ganz normalen Armumfang habe, passte das standardmäßig mitgelieferte Band bei mir nur im allerletzten Loch. Die Uhr saß damit extrem eng und war im Alltag kaum nutzbar. Ein Blick auf die Garmin-Webseite zeigt: Diese Einschränkung ist dort leider überhaupt nicht gut beschrieben, und es gibt beim Kauf standardmäßig keine längere Alternative zur Auswahl.

Garmin Fenix 8 mit Silikonarmband

Ein großes Lob an den Garmin-Support: Nach einer kurzen Kontaktaufnahme reagierte der Kundenservice blitzschnell und schickte mir kostenlos ein alternatives Armband zu. Es handelt sich dabei nicht um ein anderes Silikon-Sportarmband, sondern um ein Ultrafit-Armband. Wer zwingend das originale Silikonband in einer längeren Version sucht, steht aktuell vor einer Herausforderung. Garmin bietet hier leider wenig Auswahl an längeren Alternativen. Das ist bei einer Uhr in dieser Preisklasse definitiv ein Manko.

Das Display-Highlight: AMOLED beim Sport

Die Fenix-Reihe war jahrelang für ihre kontrastreichen, aber farb-armen MIP-Displays (Memory-in-Pixel) bekannt, die besonders im direkten Sonnenlicht punkteten. Mit dem knackig scharfen AMOLED-Display der Fenix 8 ändert sich das Nutzererlebnis komplett. Die Farben sind extrem brilliant, die Kontraste tief und die Ablesbarkeit ist in fast jeder Situation hervorragend. Hin und wieder habe ich die Situation, das beim Schauen aufs Display das Licht der Uhr nicht angeht.

Garmin Fenix 8 im Test

Zwar leidet die Akkulaufzeit im Vergleich zu den Solar-Modellen etwas, im 43mm-Modell kommt man mit aktiviertem Always-On-Display aber immer noch problemlos auf mehrere Tage intensiver Nutzung inklusive GPS-Tracking. Das ist im Vergleich zu klassischen Smartwatches wie der Apple Watch immer noch ein riesiger Vorteil.

Die Fenix 8 im Sport-Check

Der Fokus der Fenix 8 liegt ganz klar auf der sportlichen Leistung. Und das ist auch mein Fokus mit dieser Uhr. Ich brauche weniger eine Alltagsuhr, sondern mehr eine Sportuhr. Daher habe ich auch die Bezahlfunktionen und Benachrichtigungen vom Telefon ausgeschaltet. Garmin hat der Software ein frisches Design verpasst und die Trainingsfunktionen nochmals erweitert.

Garmin Fenix 8 im Test

Hyrox & Intervalltraining

Für Hyrox-Athleten ist die Fenix 8 ein extrem mächtiges Werkzeug. Über spezielle Multisport-Profile oder eigens konfigurierte Intervall-Trainings lassen sich die Wechsel zwischen den 1-km-Laufsegmenten und den Workout-Stationen (wie SkiErg, Sled Push oder Wall Balls) präzise tracken. Die Herzfrequenzmessung am Handgelenk arbeitet dank des neuesten Elevate-Sensors präzise, sodass du deine Belastungszonen während des gesamten Events perfekt im Blick behältst. Wer ein Whoop Band hat, kann das Band sogar als externen Herzfrequenzsensor nutzen. Aber andere Anbieter lassen sich natürlich auch koppeln.

Während ein Hyrox Race ja schon feststeht, was Lauf und Übungen betrifft, sieht es beim Hyrox Training anders aus. Hier habe ich die HIT-Akvitität kopiert und leicht modifiziert. Per Knopfdruck kann ich nun zwischen den Zonen eine Pause aktivieren und mit weiterem Knopfdruck in die nächste Zone wechseln. Die Datenfelder auf dem Display können individuell konfiguriert werden und ich habe mir noch die laufende Zeit in der Zone hinzugefügt, neben der Gesamtzeit. Das funktioniert für mich ziemlich gut.

Krafttraining

Beim Krafttraining zeigt Garmin, was in Sachen Software möglich ist. Die Fenix 8 bietet geführte Trainingspläne inklusive Animationen auf dem AMOLED-Screen. Die automatische Übungserkennung funktioniert erstaunlich gut und zählt Wiederholungen meist fehlerfrei mit. Im Anschluss an das Training siehst du in der Garmin Connect App eine Heatmap der beanspruchten Muskelgruppen. Das ist ideal, um Disbalancen im Trainingsplan aufzudecken.

Für mich ist die Bedienung an der Uhr allerdings zu aufwendig. Ich möchte mich eher auf das Training fokussieren und nicht die ganze Zeit auf ein kleines Display tippen. Aber grundsätzlich kann man damit arbeiten und die Umsetzung ist gut gemacht.

Garmin Fenix 8 im Test

Laufen & Radfahren

Hier ist die Fenix zu Hause und das ist auch mein Hauptanwendungsbereich für die Uhr. Dank Multi-Frequenz-GPS (GNSS) ist das Tracking auf Laufstrecken oder im Wald extrem präzise. Die Echtzeit-Stamina-Funktion zeigt dir während des Laufs oder der Radfahrt an, wie viel Energie noch in deinem „Tank“ ist. Gepaart mit den hervorragenden Offline-Karten direkt auf der Uhr wird die Fenix 8 zum Begleiter für lange Ausfahrten oder Trailruns. Wichtig ist, das der Akku auch bei längeren Ausfahrten oder Läufen durchhält.

Garmin Fenix 8 im Ökosystem: Apple Health und Whoop

Viele Sportler nutzen nicht nur ein einzelnes Gerät, sondern bewegen sich in einem größeren Daten-Ecosystem. So sieht die Integration der Fenix 8 im Alltag aus:

Wie ordnet sich die Uhr in Apple Health ein?

Die Integration läuft über die Garmin Connect App und ist im Wesentlichen eine Einbahnstraße:

  • Export (Garmin -> Apple Health): Garmin schreibt alle aufgezeichneten Trainings (inklusive GPS-Strecke, Herzfrequenzverlauf und Kalorien), deine tägliche Aktivitätsenergie, Schritte sowie Schlafdaten zuverlässig in Apple Health.
  • Import (Apple Health -> Garmin): Garmin liest so gut wie keine Daten aus Apple Health aus. Das bedeutet: Wenn du beispielsweise eine Aktivität mit einer anderen App direkt in Apple Health loggst, taucht diese nicht in deiner Garmin-Statistik oder deinem Garmin-Trainingszustand auf. Wer Apple Health als zentrales Datensilo nutzt, wird mit der Fenix 8 glücklich, da alle Workouts sauber übertragen werden.

Garmin Fenix 8 im Test

Koexistenz mit Whoop

Kann man eine Garmin Fenix 8 und ein Whoop-Band parallel nutzen? Absolut und für Daten-Enthusiasten ist das sogar eine sehr charmante Kombination. Das ist auch mein Standard-Szenario.

  • Der Workflow: Das Whoop-Band wird ohne Display getragen (oft am anderen Handgelenk oder als Oberarm-Band) und kümmert sich rein um das 24/7-Tracking von Erholung (Recovery), Schlaf und Herzfrequenzvariabilität (HRV).
  • Die Fenix 8 beim Sport: Die Garmin Fenix 8 wird gezielt für das aktive Tracking von Läufen, Radfahrten oder Hyrox-Einheiten genutzt. Auf dem AMOLED-Display hast du während des Trainings alle Live-Metriken im Blick, beispielsweise die Pace.
  • Die Datenzusammenführung: Da Whoop deine Trainingsdaten aus Apple Health auslesen kann, synchronisieren sich die mit der Garmin aufgezeichneten Einheiten automatisch zu Whoop. Du musst dein Training also nicht doppelt starten. Whoop nutzt die Garmin-Daten für die Berechnung deines täglichen Strain-Scores, während du dich voll auf das Erholungs-Feedback von Whoop und das präzise Aktivitäts-Tracking von Garmin verlassen kannst. Man muss lediglich über die Connect-App eine Synchronisation zu Apple Health durchführen und kurze Zeit später sind die Daten auch in der Whoop App. Leider überträgt Whoop die Aktivität dann allerdings noch mal als Whoop-Aktivität zu Apple Health. Entweder müsst ihr da die Synchronisation stoppen oder ihr schaut nur in Whoop um eure Daten zu analysieren.

Garmin Fenix 8 und Whoop im Test

Fazit: Premium-Uhr mit kleinen Detail-Schwächen

Die Garmin Fenix 8 (43mm AMOLED) ist eine fantastische Weiterentwicklung. Das Display wertet die Uhr optisch enorm auf und die Sportfunktionen sind über jeden Zweifel erhaben. Es gibt so viele Einstellungsmöglichkeiten, nehmt euch Zeit für die Uhr. Vor allem die Kombination aus präzisem Tracking und der reibungslosen Koexistenz mit Systemen wie Whoop macht sie für ambitionierte Athleten hochinteressant.

Kritik gibt es von meiner Seite jedoch für das zu kurze Silikon-Sportarmband und die mangelnden offiziellen Alternativen für normale bis breitere Handgelenke bei der 43mm-Version. Hier sollte Garmin dringend nachbessern. Als Sportuhr ist die Fenix 8 ab sofort mein Begleiter.

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