Amazfit Helio Strap beim Kettlebell Training

Amazfit Helio Strap im Hyrox-Test: Perfekte Hardware, aber Schwächen bei der Übungserkennung

Es ist nun schon einige Zeit her, seit ich meinen ersten ausführlichen Testbericht zum Amazfit Helio Strap veröffentlicht habe. Damals lag mein Fokus auf der Frage: Wie schlägt sich der smarte Sensor im 24/7-Einsatz? Ob auf dem Badminton-Court, beim klassischen Krafttraining im Gym oder nachts zur detaillierten Schlafanalyse, der Helio Strap hat sich als unauffälliger, aber präziser Begleiter an meinem Handgelenk (oder Oberarm) etabliert.

Doch mein Training hat sich verändert. Seit Kurzem habe ich eine neue sportliche Herausforderung angenommen, die Mensch und Material gleichermaßen an die Grenzen bringt: Hyrox.

Amazfit Helio Strap im Hyrox-Test

Wer sich schon einmal an diesem Fitness-Wettkampf versucht hat, weiß das es hier nicht nur um Ausdauer geht. Es ist ein Wechsel aus Laufen und funktionellen Kraftübungen. Vom Schlittenschieben (Sled Push) über Kettlebell Carries bis hin zu Wall Balls ist alles dabei. Genau hier stoßen klassische Smartwatches oft an ihre physischen Grenzen. Sie drücken am Handgelenk, stören beim Greifen oder man hat schlicht Angst das teure Display an einer Hantel zu zerkratzen.


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Deshalb war für mich klar: Der Amazfit Helio Strap muss mit ins Hyrox-Training. Und da Amazfit auch noch Hyrox-Partner ist, konnte es ja besser nicht laufen, oder? In den letzten Wochen habe ich den Strap gezielt bei meinen Hyrox-Workouts getestet. Warum die Hardware für diesen Sport ziemlich gut ist, mich die Software-Auswertung aber leider etwas enttäuscht hat, erfahrt ihr in diesem Follow-Up.

Amazfit Helio Strap im Hyrox-Test

Wie ist der Tragekomfort bei Sled Push und Wall Balls?

Wer schon einmal versucht hat, mit einer großen Multisport-Uhr (wie einer Garmin Fenix oder Apple Watch Ultra) Kettlebells im „Front Rack“ zu halten oder einen 20-kg-Sandsack zu schultern, kennt das Problem: Technik kann stören. Das Gehäuse drückt schmerzhaft in den Handrücken, die Krone hinterlässt Abdrücke, und im Hinterkopf schwingt immer die Sorge mit: „Hoffentlich knalle ich die Hantel nicht gegen das Display.“

Genau hier spielt der Amazfit Helio Strap seine größte Stärke aus. Im Hyrox-Training ist er fast unsichtbar. Er ist da, aber man spürt ihn nicht.

Volle Bewegungsfreiheit bei Sled Push & Burpees

Besonders deutlich wird der Vorteil bei Übungen, die eine extreme Anwinklung der Handgelenke erfordern.

Sled Push: Wenn man sich mit vollem Körpergewicht gegen den Schlitten lehnt, knicken die Handgelenke stark ab. Eine Uhr ist hier oft im Weg oder drückt unangenehm auf den Unterarm. Der Helio Strap (besonders das weiche Textilband) macht diese Bewegung voll mit, ohne Druckstellen zu verursachen. Alternativ kann man auch ein Bizepsband nutzen.

Burpee Broad Jumps: Hier gilt das Gleiche. Beim schnellen Ablegen des Körpers auf den Boden stört keine harte Lünette am Handgelenk.

Amazfit Helio Strap im Test

Keine Angst bei Kettlebells und Sandbags

Das „Rack“, also das Halten der Gewichte vor der Brust oder auf der Schulter, ist der natürliche Feind jeder Smartwatch. Bei Sandbag Lunges liegt der schwere Sack oft genau dort auf den Unterarmen auf, wo normalerweise die Uhr sitzt.

Beim Farmers Carry schlagen die schweren Kettlebells oder Kurzhanteln oft seitlich gegen das Handgelenk, wenn die Kraft nachlässt. Da der Helio Strap nur aus einem kleinen Sensor-Puck und weichem Stoff besteht, gibt es hier kein Risiko für Glasbruch und keine blauen Flecken durch drückendes Metall.

Kann ich den Helio Strap am Oberarm tragen?

Mein wichtigster Tipp für alle Hyrox-Athleten, die den Helio Strap nutzen: Tragt ihn nicht am Handgelenk! Besorgt euch das Bizepsband. Beim Badminton habe ich damit keine gute Erfahrungen gemacht. Durch die Schlagbewegungen kann es passieren, dass das Band runterrutscht. Beim Hyrox sollte das aber kein Problem sein. Warum empfiehlt es sich das Band am Oberarm zu tragen? Das hat zwei massive Vorteile:

  • Komfort: Die Handgelenke sind komplett frei für Bandagen oder Schweißbänder.
  • Datenqualität: Bei Hyrox arbeiten wir viel mit Griffkraft. Wenn man fest zupackt, spannen sich die Sehnen am Handgelenk an, was optische Herzfrequenzsensoren verwirren kann. Weiter oben am Arm, wo mehr Gewebe ist, misst der Sensor meiner Erfahrung nach deutlich stabiler, selbst wenn die Hände den Schlitten oder das Seil beim SkiErg fest umklammern.

Amazfit Helio Strap im Test - Rückseite

Schwachstellen bei der Hyrox-Übungserkennung

Da Amazfit offizieller Hyrox-Partner ist, habe ich bei der Software etwas mehr erwartet. Eine automatische Übungserkennung beispielsweise. Ich gebe zu, das ich mich da nicht wirklich informiert habe. Aber die Ankündigungen in Richtung Hyrox lassen schon hoffen, das auch die klassischen Übungen erkannt werden.

Wer erwartet, dass der Helio Strap dank moderner Sensoren automatisch erkennt, ob man gerade Wall Balls wirft oder einen Sled Push macht, wird enttäuscht.

Das Problem mit der fehlenden Erkennung
In der Zepp App kann man Hyrox als Trainingsmodus auswählen und dort nach Hyrox-Rennen, Hyrox PFT und Hyrox-Training unterscheiden. Dennoch werden keine Einzelübungen erkannt. Problematischer ist jedoch, dass auch die automatische Erkennung von Kraftübungen an klassischen Geräten an ihre Grenzen stößt. Da Hyrox ein fließender Übergang aus Laufen und Stationen ist (ohne lange Pausen, wie man sie beim klassischen Hypertrophie-Training im Gym hat), weiß der Tracker oft nicht, wo eine Übung aufhört und die nächste beginnt.

Amazfit Helio Strap - Analyse Biocharge

Das Ergebnis: Startet man ein klassisches „Krafttraining“, erhält man am Ende oft einen Brei aus vermeintlichen Sätzen, die mit der Realität wenig zu tun haben. Spezifische Bewegungen wie der Burpee Broad Jump werden oft gar nicht als Wiederholung erkannt, sondern einfach als hohe Herzfrequenzbelastung. Und wenn man die spezifischen Hyrox-Aktivitäten startet, werden gar keine Einzelübungen aufgezeichnet.

Amazfit Helio Strap - Analyse Training

Daher kann man hier feststellen, das nicht die Übung, sondern die Belastung getrackt wird. Im Grunde ist das völlig ausreichend. Auch wenn mir der Helio Strap nicht sagt: „Du hast 75 Wall Balls gemacht“ liefert er mir die Daten, die für meine Leistungssteigerung wirklich wichtig sind:

  • Die Herzfrequenz-Kurve: Hier sehe ich, ob ich mich übernommen habe. In der Auswertung kann ich exakt sehen, wie mein Puls bei den Lauf-Intervallen war und wie er bei statischen Übungen wie dem Sled Pull reagiert hat.
  • Kalorien & Trainingseffekt: Da der Strap meinen Puls misst, bekomme ich einen realistischen Wert für den Trainingseffekt (Aerob vs. Anaerob). Das ist entscheidend, um zu wissen, wie viel Kohlenhydrate ich nachfüllen muss.
  • Belastungssteuerung: Am Ende geht es nicht um die Anzahl der Wiederholungen im Tracker, sondern um die physiologische Auswirkung auf meinen Körper. Und diesen Job erledigt der Helio Strap auch ohne spezifischen „Hyrox-Modus“ sehr zuverlässig.

Fazit: Der perfekte unsichtbare Tracker für Hyrox?

Mein Test des Amazfit Helio Strap im Hyrox-Training hinterlässt mich mit einem klaren, wenn auch zweigeteilten Urteil.

Auf der Hardware-Seite ist der Strap für mich aktuell einer der besten Begleiter für diesen Sport. Er löst das größte Problem, das Hyrox-Athleten haben: Er ist „unkaputtbar“ und unsichtbar. Er sitzt sicher, stört nicht und liefert zuverlässige Herzfrequenzdaten.

Amazfit Helio Strap - Analyse

Auf der Software-Seite muss man jedoch Abstriche machen. Wer einen Tracker sucht, der ihm das Mitzählen der Wall Balls abnimmt, wird hier (noch) nicht fündig.

Für wen lohnt sich der Helio Strap also? Er ist ideal für Athleten, die:

  • Datenhungrig sind, aber während des Wettkampfs oder harten Trainings keine störende Technik am Körper spüren wollen.
  • Kein Abo-Modell wollen: Im Vergleich zum Whoop-Band, das monatliche Kosten verursacht, ist der Helio Strap als Einmalkauf eine extrem attraktive Alternative.
  • Fokus auf Regeneration legen: Da der Strap bequem 24/7 getragen werden kann, liefert er wertvolle Daten zu Schlaf und Erholung (Readiness), was für die Leistungssteigerung oft wichtiger ist als das bloße Loggen des Workouts.

Der Amazfit Helio Strap ist kein perfekter „Hyrox-Coach“, der dir sagt, wie gut deine Technik war. Aber er ist ein exzellentes Belastungs- und Erholungs-Tool, das den harten physischen Anforderungen von Hyrox gewachsen ist.

Ich setze weiter auf den Helio Strap, werde euch aber in Kürze auch ein Update zur neuen T-REX 3 Pro Smartwatch von Amazfit geben.

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